1. Ausgangsbasis

Grundlage der Visualisierung sind die Planmaterialien des Grabungsbüros, Fotografien und Materialproben. Zusätzlich wird intensive Rücksprache mit den an der Grabung beschäftigten Fachkräften gehalten. Auch im Verlauf der Rekonstruktion wird immer wieder das entstandene Bildmaterial diskutiert und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen. Auf dieser Basis entsteht das dreidimensionale Modell im Computer.

 

2. Ansatz

Von dem Grundlagenmaterial ausgehend, wird in einem ersten Drahtgitter bzw. Volumenmodell die Kubatur der aula regia erstellt, anhand deren sich die Plangenauigkeit und strittige Proportionen abklären lassen. Sukzessive werden die einzelnen Körper dann ausdetailliert, so z.B. Fensterlaibungen, -rahmen und -füllungen eingefügt, Deckenbalken dargestellt oder Einrichtungsgegenstände hinzugefügt. Auch werden erste Materialien auf den Körper zur Differenzierung gelegt.

 

3. Material

Parallel zu den immer komplexer werdenden Volumen entstehen verschiedene Materialien zur Oberflächendarstellung. Diese ermöglichen erst eine realistische Darstellung der Kaiserpfalz. Neben abfotografierten Wandmaterialien kommen am Computer nachgezeichnete Strukturen oder von Vergleichsbauten übernommene oder als Grundlagen der Materialverknüpfungen eingesetzte Abbildungen zum Einsatz. Die Materialien werden auch anhand ihres Reflektions- und Lichtbrechungsverhaltens eingestellt, ein Tiefenkanal stellt Unebenheiten oder Fugen der Oberfläche dar.

 

4. Licht

Um die Rechenzeit zu reduzieren, wird bereits am groben Strukturmodell die Ausleuchtung des Innenraums eingerichtet. Die Beleuchtung erfordert sehr viel Feinregulierung und sollte daher bereits früh in die Rekonstruktion mit einbezogen werden. So kann ein stimmungsvolles Gesamtbild erzeugt werden. Auch unterschiedliche Beleuchtungssituationen (Tag, Nacht) können bereits jetzt bearbeitet werden.

 

5. Kameras

Auch die Kameras werden bereits im Volumenmodell positioniert und erste Testfahrten berechnet. Auf diese Art lassen sich sofort Kollisionen oder ungünstige Kamerapositioen überprüfen. Außerdem erhält man schon sehr früh ein Gefühl für die Dimensionen des Raumes.

6. Texturierung

Mit den entwickelten Materialien werden sukzessive die Wandoberflächen belegt. Hinzu kommen Spezialeffekte wie Wasserfahnen, Grünspan und Schmutz. Dieser Vorgang nimmt die meiste Zeit in Anspruch, da die Texturen exakt auf die Oberfläche abgestimmt werden müssen.

 

7. Fertigstellung

Zu der reinen Kubatur kommen noch Einrichtungsgegenstände bzw. Bäume, Gräser und Wege, die zur Proportionalität der Aula regia beitragen. Mit dem fertiggestellten 3D-Modell können nun die Kamerafahrten und Einzelbilder berechnet werden und gegebenenfalls nochmals mit einer Bildbearbeitungssoftware überarbeitet werden