Konzept

Während der Visualisierungsarbeiten wurde allen am Projekt Beteiligten bewußt, daß es hier eine einmalige Chance gibt, neue Wege in der Darstellung der Informationen zu gehen, die Grundlage des Rekonstruktionsansatzes sind.
Bisherige Rekonstruktionen erzeugen beim Betrachter stets den Eindruck der Tatsächlichkeit, besonders wenn es sich um fotorealistische Darstellungen handelt. Diesem Problem sollte entgegen getreten werden.

Drei wichtige Teilbereiche waren hier bedeutsam:

1. Die Darstellung von Varianten

2. Die Hinterlegung des Projektes mit einem Informationsmodell

3. Die Sichtbarmachung der Rekonstruktionswahrscheinlichkeit

 

1. Varianten

1.1 Figürliche Ausmalung

Nebenstehend sehen sie ein Bild der Aula regia in figürlicher Ausmalung. Diese Variante gründet hauptsächlich auf einer zeitgenössichen Schriftquelle von Ermoldus Nigellus, die einen Herrscherzyklus im Inneren der Aula regia beschreibt. Daher wurde in diesem Rekonstruktionsansatz der Versuch unternommen, basierend auf den Farbinformationen und der Interpretation zeitgenössicher Buch- und Bauwerksmalereien eine Lösung zu finden.

 

1.2 Geometrische Ausmalung

Hier ist im Vergleich dazu die gleiche Perspektive dargestellt, diesmal in Form einer geometrischen Ausmalung. Diese Rekonstruktionsvariante gründet auf der Analyse der ca. 3000 Putzfragmente, die nur unzureichend auf figürliche Ausmalungsmotive schließen lassen können.

2. Informationsmodell

Nebenstehend sehen Sie eine Darstellung des Informationsmodelles. Dem Bild, das der Betrachter auf dem Bildschrim hat, sind Informationen hinterlegt. Diese ermöglichen es, detaillierte Informationen zu den Rekonstruktionsansätzen abzurufen. Vertiefende Informationen lassen sich in Form eines erweiterten Glossars direkt abrufen.

 

3. Wahrscheinlichkeit

Der dritte Baustein ist die Nachvollziehbarkeit des Rekonstruktionsansatzes. Zu jedem der dargestellten Elemente ist die Rekonstruktionsgenauigkeit in Form einer Skala angegeben. Ein Plus ganz links bedeutet, daß es mit Sicherheit so gewesen ist, ein Minus ganz rechts steht für die Unmöglichkeit der Rekonstruktion. Hier wurde der Sachverstand des Fachverantwortlichen gefordert.